~ "TRINITY" Reviews ~  



www.musik.terrorverlag.de

Das erste mal begegnete mir die Musik von YELWORC irgendwann Anfang der neunziger Jahre. Damals sehr stark von Bands wie SKINNY PUPPY und THE KLINIK beeinflusst wurde jedoch schnell ein eigener Weg gefunden, indem ihr harter EBM-Sound mit einer gehörigen Prise Mythologie und Okkultismus angereichert wurde. Kein Wunder, schließlich ist der Bandname die Umkehrung des Namens Crowley (ein bekannter und berüchtigter (Sexual)Magier), dessen Lehre in YELWORCs Lyrics immer eine starke Rolle spielte. Es wurde zwar nur jeweils eine CD und EP veröffentlicht, die aber für viele Bands zum Vorbild wurden und die Fans sehnsüchtig auf dieses Album haben warten lassen. Als Huldigung könnte man sicher den Weg sehen, den Bands wie HOCICO gegangen sind.

Schon der Opener "Blaze of Downfall" gibt die Richtung dieser CD vor: Ein genialer Soundteppich sowie gesamplete Herzschläge, die in Panik immer schneller werden und bei entsprechender Lautstärke förmlich den Raum zu zersprengen scheinen. Hier wird einem schnell bewusst, dass Peter Devin hier den Soundtrack für unser aller Leben im Zeichen von Terrorangst und allgemeiner Unzufriedenheit konzipiert hat. "Trinity" ist sicher kein leichtes Album, der Hörer wird auf einen 77 minütigen Horrortrip aus verstörenden Sounds, Stimmungen, Schreien und düsterstem Electro geführt. Wenn WUMPSCUT Endzeit-EBM ist, ist das die Musik für die Zeit danach.

Thematisch geht es in "Trinity" um das erste Kapitel aus Dantes "Göttlicher Komödie": DIE HÖLLE! Dabei wurde ein apokalyptisches, bedrohlich wirkendes Album geschaffen. Als Stilmittel wird ein gnadenloser, durch den Verzerrer gehetzter Sprechgesang verwendet, teils mit Samples, orchestralen und dann auch wieder bedrohlichen Effekten angereichert. Das ganze klingt so, als ob "Brainstorming" und "Blood in face" erst vor kurzem aufgenommen wurden. Hier könnte man Devin vorwerfen, dass er nicht mit der Zeit geht und der ganze Sound recht Old Schoolmäßig bzw. überholt klingt. Dies sehe ich aber nicht so, schließlich verarschen schwer angesagte Future Pop Bands seit Jahren ihre Hörer mit frei austauschbaren und lieblos dahingeklatschten Songs, während hier bei jedem einzelnen Track viel Liebe fürs Detail zu erkennen ist.
In einem durchgängig starken Album empfehle ich die Tracks "Blaze of Downfall", "Triune Junction", "Trinity", "Caina´s Curse" und "Almighty Din" als Anspieltipps, um schnell Zugang zu der Musik zu finden. Ebenfalls sollte man dem Booklet genauere Aufmerksamkeit schenken, hier ist auf beeindruckende Weise die Thematik der CD visualisiert.
(MS)

 

www.weiberelectro.de & www.bodybeats.de

Hatte eigentlich jemand ernsthaft mit einem Yelworc-Comeback gerechnet?
Oder hätte es jemand gebraucht?
Ohne Ballast geht jedenfalls Vieles leichter und so hat sich das zur Soloangelegenheit geschrumpfte Projekt weg von stampfigem Geholper, hin zu atmosphärischer Dichte entwickelt.Dies bekommt dem Sound hervorragend und ist zudem gelungen umgesetzt.

Die Vorliebe Peter Devins für Film-Soundtracks ist fast mit Händen zu greifen und so lädt er den Hörer zu einer gespenstischen Achterbahnfahrt durch einen Carpenter-Streifen ein, die es in sich hat. Die akustische Prosa entzieht sich mit zahllosen Brüchen und Wendungen klassischen Songstrukturen und treibt den Hörer zugleich immer weiter vorwärts auf seinem Höllenritt. Es entsteht ein wahrhaft finsteres Werk, das den Sog eines schwarzen Lochs entwickelt.
Jeder Funken Licht wird ansaugt und verschwindet in der Dunkelheit. Der freudlose, heiser-verzerrte Sprechgesang reiht sich als Element in die scheinbar allgegenwärtig flüsternden Sample-Stimmen ein und bleibt im Hintergrund. Das Album lockert dabei den Griff keine Sekunde und die Spannung löst sich erst, nachdem die letzten Töne verklungen sind.

Inhaltlich reist "Trinity" durch die religiösen Allegorien Dantes Göttlicher Komödie. Daneben zeugt neben der im Bandnamen verbrieften Huldigung an den egomanischen Irrsinn des Aleister Crowley die Illustration des Beiheftchens (z.B. mit Sator-Quadrat) von einer eher naiven Begeisterung für das Okkulte, was nicht jedermanns Geschmack entspricht. Glücklicherweise ist man jedoch von der gegenwärtig verbreitet anzutreffenden Hanswurst-Poesie weit entfernt. So bleibt eine Scheibe, die Eindruck hinterläßt, das Ohr fordert und sich wohltuend von der Flut nichtssagender Epigonen abhebt. (Niels 23)

 

www.electronic-body-music.com

„ (…) Gute 10 Jahre nach dem letzten Release erschien kürzlich das neue Album "Trinity", auf dem YelworC über 70 Minuten apokalyptischen Electro mit einem kräftigen Schuß Endzeitstimmung präsentieren. Das Album strotzt nur so vor kräftigen Melodien und wirkt einfach nur monumental und gewaltig. Und das obwohl es nicht gerade eine Scheibe für die Tanzflächen ist, wie man aus derartigen Begriffen schließen könnte. Vielmehr schaffen es die komplexen Sounds den Hörer in den Bann zu ziehen und quasi zu umwickeln, Peter erzeugt eine Spannung die einen nicht mehr los läßt, bis denn auch der letzte Track an einem vorbei gezogen ist. (…)“
(www.electronic-body-music.com/soundchecks/cdtip_yelworc_trinity.htm)

 

www.mindbreed.de

„ (…) „Trinity“ ist ebenso wie seine Vorgänger eine Symphonie der Finsternis und des Grauens, auf der man Revin in kaum jemals in so kleinen Details ausgefeilte musikalische Abgründe begleitet. Hätte die Hölle eine Hymne, dies wäre mehr als passend.

Dieser Eindruck verstärkt sich durch die Aufmachung des sehr edlen Digipacks, der mir vorliegt. Ganz in höllischen Farben und Facetten gehalten, weiß allein das Booklet eine geraume Zeit zu fesseln. Thematisch an den Verdacht angelegt, den der Bandname auslöst, findet man hier seine Bestätigung des finsteren und beängstigenden Inhalts. Die Texte sind wie eh und je endlos interpretationsfähig, doch die Botschaft, den Hörer auf seine dunklen Seiten und die anderer aufmerksam zu machen, wurde verständlich herübergebracht.
Man lässt sich von Revin auf eine Reise durch die Hölle mitnehmen und kommt so schnell nicht davon los…(…)“
(www.mindbreed.de/showrezi.php?id=80)

 

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